Hauptkehlen

Allgemeines

Die Verschneidungslinie zweier Dachflächen bezeichnet man als Haupt- oder Sattelkehle.
In Abhängigkeit von der Kehlsparrenneigung sind die Kehlen mit Schiefer oder Metall einzudecken.

Bei Deckung mit Schiefer müssen die Kehlsteine mindestens 13 cm breit sein.

Mindestens die Hälfte der Kehlsteinbreite muß die Seitenüberdeckung bei Kehldeckungen mit seitlicher überdeckung betragen.
Alle Kehlsteine müssen in der Höhe mindestens 1/3 mehr überdeckt werden als die überdeckung der zugehörigen Dachfläche.

Jeder Kehlstein ist mit mindestens 3 Schiefernägeln oder -stiften innerhalb der Höhenüberdeckung zu befestigen.

Die Brust aller Kehlsteine muß scharfkantig behauen sein, d.h. die Kehlsteine müssen entweder eine Sägekante haben oder von oben nach unten behauen sein.

Nachfolgende Tabelle regelt die Kehldeckungen in Verbindung mit der Kehlsparrenneigung.

Kehldeckung

Untere
Kehlsparrenneigung

Blechkehle (Metall)

Keine

Nockenkehle (Metall)

  > 25 °

Rechte / Linke
Eingebundene Schieferkehle

> 30 °

Eingebundene Herzkehle

> 30 °

Eingebundene Rechteckkehle

> 30 °

Untergelegte Herzkehle

> 30 °

Untergelegte Rechteckkehle

> 30 °


Bei gleichen Dachneigungen liegt die Kehlsparrenneigung bei 45° um ca. 10° flacher als die Dachneigung.

Blechkehlen
Bei Blechkehlen müssen die Schiefer die Kehle, rechtwinklig zur Kehllinie gemessen, mindestens
bei Dachneigungen < 50° - 12 cm und bei Dachneigungen 50° - 10 cm überdecken.
Die Breite der Bleche ist in der Fachregel für Metallarbeiten geregelt.

Nockenkehle
Schichtstücke aus Metall werden als Nocken bezeichnet.
Bei gleichen Dachneigungen dürfen Nockenkehlen gedeckt werden, wobei sich die Fußlinien der benachbarten Dachflächen in der Kehlmitte treffen müssen. Ein freier Wasserlauf in der Kehlmitte ist zu gewährleisten.
Die Breite der Bleche ist in der Fachregel für Metallarbeiten geregelt.

Rechte / Linke eingebundene Schieferkehle
Bei gleich großen zugehörigen Dachflächen ist die Kehldeckung bei ungleichen Neigungen von der flachen zur steilen Dachfläche zu decken.
Ansonsten wird von der kleineren zugehörigen Dachfläche zur größeren Dachfläche gedeckt.
Bei Dachneigungen 50° kann vom Einfäller aus gedeckt werden.
Die Breite der Kehle muß mindestens 7 jedoch höchstens 9 Kehlsteine betragen.

Hauptkehlen
Eingebundene Herzkehle
Eingebundene Herzkehlen dürfen nur bei gleichen Dachneigungen und annähernd gleich großen Dachflächen gedeckt werden.
Vom Herzkehlwasserstein aus werden jeweils nach rechts und links mind. je 4 Kehlsteine gedeckt, wobei auf dem Herzkehlwasserstein ein freier Wasserlauf gewährleistet sein muß.

Untergelegte Herzkehle
Die Flächendeckung muß die untergelegte Herzkehle bei Dachneigungen
40° um mindestens 12 cm und bei
50° um mindestens 10 cm überdecken.
Ansonsten gilt gleiches wie bei eingebundenen Herzkehlen.

Herzkehle
Wandkehle

Wandkehlen Allgemeines Ein seitlicher Anschluß an senkrecht aufgehende Bauteile in einer Dachfläche kann eine Wand- oder Wangenkehle erforderlich machen. Die Ausführung dieser Kehldeckung kann in Schiefer oder Metall geschehen. Eine Wandkehle aus Schiefer muß zwischen 3 und 5 Kehlsteinen breit sein. Der Anschluß an das aufgehende Bauteil erfolgt mit Blechen und einer Kappleiste. Für überdeckungen, Befestigungen und Kehlsteinbreiten gilt gleiches wie bei Hauptkehlen.


Wangenkehlen
Allgemeines
Wird ein seitlicher Anschluß an ein aufgehendes Bauteil als Wangenkehle aus Schiefer gedeckt, so kann dies als eingehende oder ausgehende Wangenkehle geschehen. Außerdem wird noch zwischen einer linken und einer rechten Kehle unterschieden.

Rechte und linke eingehende Wangenkehle
Die Deckrichtung verläuft von der Dachfläche zur Gaubenwange. Jedes Deckgebinde der Dachfläche erhält auch ein Kehlgebinde.

Eingehende Wangenkehlen sollten 7 - 9 Kehlsteine breit sein.

Die Gaubenwangen können komplett mit Kehlsteinen eingedeckt oder aber auch mit Decksteinen passend für Wandflächen eingedeckt werden.

Für überdeckungen, Befestigungen und Kehlsteinbreiten gilt gleiches wie bei Hauptkehlen.

Rechte und linke ausgehende Wangenkehle

Die Deckrichtung verläuft von der Gaubenwange zur Dachfläche. Jedes Kehlgebinde ist in die Deckgebinde der Dachfläche einzubinden.

Ausgehende Wangenkehlen dürfen erst ab einer Dachneigung 50° gedeckt werden.

Die Gaubenwangenflächen sind derart einzuteilen, daßam waagerechten oberen Abschluß keine Ausspitzergebinde entstehen.


Brustkehlen
Allgemeines
Den traufseitigen Anschluß an ein aufgehendes Bauteil kann man mit Kehlsteinen waagerecht gedeckt als Brustkehle eindecken.