Allgemeines

Gestaltung:
Schiefer erlaubt durch die verschiedenen Formate und Größen aber auch durch Schiefer in verschiedenen Farben dem Planer / Handwerker einen breiten Gestaltungsspielraum.

Durch die Wahl von Deckart, Format und Farbe und die Kombination hieraus kann der Charakter eines Gebäudes geprägt und der Stil unterstützt und hervorgehoben werden.

Darüber hinaus können Ornamente und Ornament-Deckungen der Fassade ein charakteristisches Aussehen verleihen.

Gestaltungsmöglichkeiten sind weiterhin Wechselgebinde (Quergebinde), z. B. für den Fuß, den oberen Abschluss aber auch zur Flächenaufteilung und zur Flächenauflockerung.

Stand der Technik:
Wie bereits im "1 x 1 der Schieferdeckungen", Ausgabe März 2000, beschrieben, gelten die Fachregel für Dachdeckungen mit Schiefer, die Fachregel für Außenwandbekleidungen mit Schiefer sowie das Produktdatenblatt für Schiefer, herausgegeben vom Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V., allgemein als Regelstand der Technik. Die Einhaltung dieser Regeln gewährleistet eine sichere Ausführung.

Darüber hinaus gibt es aber eine Fälle von historischen und neuen Steinformen und Deckungen, von Dekoren, Ornamenten und künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten (Kunst am Bau), die nicht alle in diesem "1 x 1" erfasst wurden, mit denen aber sichere Außenwandbekleidungen hergestellt werden können.

Des Weiteren gibt es regionale sowie andere Deckarten, die in diesen Ausführungen nicht alle erfasst werden können, die aber eine funktionierende Außenwandbekleidung ergeben (Fischschuppen, Spitzplättchen usw.).

Bei der Unterkonstruktion und den Deckunterlagen sind zu berücksichtigen:

  • Hinweise Holz und Holzwerkstoffe
  • Hinweise zur Lastenermittlung
  • bauaufsichtliche Richtlinien und Zulassung
  • einschlägige Normen
  • Verlegeanleitungen und Hinweise der Hersteller


Bei der Fassadengestaltung sind folgende Regeln (in der jeweils gültigen Fassung) mit zu berücksichtigen:

  • Grundregel für Dachdeckungen, Abdichtungen und Außenwandbekleidungen
  • Fachregel für Außenwandbekleidungen mit Schiefer
  • Fachregel für Dachdeckungen mit Schiefer
  • DIN EN 12326-2, Schiefer und andere Naturstein-Produkte für Dachdeckungen für überlappende Verlegung und Außenwandbekleidung, Teil 2, Prüfverfahren
  • PR DIN EN 12326-1: 1999 Schiefer und andere Natursteinprodukte für Dachdeckungen und Außenwandbekleidungen (zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht endgültig verabschiedet)
  • Produktdatenblatt für Schiefer
  • EnEV (Energie-Einsparungsverordnung)
  • Verlegeanleitungen und Hinweise der Hersteller
  • Hinweise für hinterlüftete Außenwandbekleidungen


Alle gemachten Angaben sind unverbindlich. Die Zeichnungen dienen lediglich der Erläuterung, sind weder maßstabsgetreu noch sonst wie verbindlich. Es wird für die Aussagen keine Haftung übernommen.


Schiefer:
Es gibt für die unterschiedlichen Deckarten vorgefertigte Schiefer in verschiedenen Formen und Größen (Standardformate). Darüber hinaus gibt es Rohschiefer (Zubehör-Steine). Des Weiteren bieten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schiefer auch vorgefertigte Sonderformate an.

Bei Deckungen mit seitlicher überdeckung sollte man aus gestalterischen Gründen aus der Haupt-Blickrichtung gegen den Rücken der Steine sehen, dabei sollte bei besonders exponierten Lagen die Haupt-Wetterrichtung beachtet werden.

Schiefer ist ein Gestein mit natürlichen Farbschwankungen. Damit ein annähernd einheitliches Farbbild erreicht wird, ist sowohl für die Decksteine als auch für das Zubehör nur Schiefer aus einer Gewinnungsstätte zu verwenden, sofern nicht zur Fassadengestaltung besondere Farben / Farbabweichungen gewünscht werden.

Unterschiedliche Oberflächenstrukturen, natürliche Auflagerungen (Dendriten usw.) können auftreten, sie werden oft als optische Bereicherung empfunden und heben den Schiefer von synthetischen Produkten ab.

Außenwandbekleidungen sollen nach Fertigstellung mit Wasser (ohne Zusätze) abgewaschen werden.


Pflege und Wartung:

Jede Schieferdeckung sollte in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden. Diese Wartung kann die Außenwandbekleidung vor größeren Schäden bewahren und die Lebensdauer verlängern.

Während der Eindeckung und in den nächsten Jahren danach können einzelne Schiefer herausbrechen. Dies hat keinen Einfluss auf die Qualität der Eindeckung und stellt nach dem Ersatz der herausgebrochenen Schiefer keinen Mangel dar. Gleiches gilt auch für Schiefer, die konstruktiv erst nachträglich (z. B. in Folge eines Gerüstes) angebracht werden können.

Das Brechen von Schiefersteinen kann ebenfalls durch Schwingungen / Setzungen / Bewegungen der tragenden Konstruktion hervorgerufen werden. Hierfür kann der Dachdecker nicht verantwortlich gemacht werden, weil er keinen Einfluss auf die Ursachen hat.

Bei einer Reparatur kann die Befestigung der Steine im sichtbaren Bereich mit geeigneten Schrauben oder Stiften aus nichtrostendem Stahl erfolgen. Es können auch geeignete Haken aus nichtrostendem Stahl oder Kupfer verwendet werden.

Alternativ gibt es nichtsichtbare Befestigung.