Unterkonstruktion

Allgemein: Schieferfassaden sind eine hervorragende Wandbekleidung, denn eine solche Fassade ist sehr atmungsaktiv und toleriert häufig auch vorhandene Bauwerkssetzungen, Risse usw. Dies gilt besonders für hinterlüftete Konstruktionen. (Daneben gibt es auch nicht-hinterlüftete Konstruktionen.)

Je nach Untergrund, Temperaturen und Feuchtigkeiten kann es zu Tauwasser-Anfall in der Konstruktion kommen. Diese muss durch ausreichende Lüftung des Raumes zwischen Wärmedämmung und Bekleidung abgeführt werden.

Für die Unterkonstruktionen werden üblicherweise Holz (Latten oder Schalung), Holzwerkstoffe, Metalle oder ähnliches bzw. eine Kombination hieraus verwendet.

Bis zu einer Höhe von 2 Vollgeschossen (Wohngebäude) bzw. bis zu einer Höhe von 8 m ist für hinterlüftete Außenwandbekleidungen ein statischer Nachweis nicht erforderlich.

Holzunterkonstruktion:
Holz, Lattung oder Schalung muss mindestens die Sortierklasse S10 oder MS10 haben. Für Latten und Schalung gilt eine Mindestdicke von 24 mm. Die einzelnen Bretter bei Schalung sollen mindestens 12 cm breit sein.

Holz sollte beim Einbau maximal halbtrocken sein (20 - 30 % Feuchtigkeit). Bei der Eindeckung muss die Unterkonstruktion trocken sein (maximal 20 % Holzfeuchte).

Bei einem Auflageabstand von mehr als 60 cm ist eine dickere Schalung bzw. sind dickere Latten erforderlich.

Metallunterkonstruktion:
Schiefer können auch auf Metall-Unterkonstruktionen verlegt werden. Der Einsatz dieser Unterkonstruktionen kann speziell dann erforderlich werden, wenn eine komplett nicht-brennbare Konstruktion erforderlich ist (z. B. bei Gebäudehöhen über der Hochhausgrenze (siehe die jeweilige Landesbauordnung)). Hier erfolgt die Befestigung der Schiefer in der Regel mit Klammerhaken, in Einzelfällen können auch andere Befestigungsmittel gewählt werden.

Die genaue Ausführung der Metall-Unterkonstruktion (z. B. Befestigungsabstände usw.) ist in den Verlegeanleitungen der Systemhersteller geregelt.

Hinterlüftung:
Eine Hinterlüftung findet von unten nach oben statt, deshalb muss zwischen Hinterkante Schalung / Lattung o. ä. und Wärmedämmung ein Hinterlüftungszwischenraum in der Senkrechten von mindestens 20 mm vorhanden sein. An einzelnen Stellen darf dieser durch Wand-Unebenheiten reduziert sein (bis auf 5 mm).

Die Be- und Entlüftungsöffnungen unten und oben müssen mindestens 50 cm²/m betragen. Diese Zu- und Abluftöffnungen müssen auch an Fenstern und ähnlichen Durchdringungen gewährleistet bleiben. Querschnitts-Verengungen durch Lüftungsgitter müssen berücksichtigt werden.

Wärmedämmung:
Bei der Wärmedämmung muss beachtet werden, dass sie für hinterlüftete Fassaden geeignet ist (bauaufsichtlich zugelassen oder bauaufsichtlich eingeführten Normen entsprechend).


Die Wärmedämmung muss ohne Wärmebrücken ausgeführt werden, d. h. die einzelnen Platten müssen untereinander dicht gestoßen verlegt werden. Gleiches gilt für alle An- und Abschlüsse und Durchdringungen. Des Weiteren muss die Wärmedämmung befestigt werden (geklebt oder mittels Dämmstoffhalter).

Verankerungsmittel:
Die Verankerungen (Dübel-Schrauben-Kombinationen o. ?.) müssen zugelassen sein (Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung). Die vorgegebenen Maximal-Abstände sind zu beachten. Diese hängen u. a. von der Beschaffenheit des Untergrundes ab, auch vom Typ des Verankerungsmittels (Art, Durchmesser, Länge usw.). Bei der vorgeschriebenen Einbautiefe zählt z. B. Putz nicht als tragender Untergrund.

Bei einer Holz-Unterkonstruktion muss der Abstand zwischen Schraubenmitte und Außenkante der Konterlatte mindestens 3-ds (= 3-facher Schraubendurchmesser) sein. Dies gilt sowohl bei einer Verschraubung als auch bei einer Dübel-Schrauben-Kombination. Wenn bei einer Schraub-Dübel-Kombination eine verzinkte Schraube verwendet wird, muss der Schraubenkopf durch einen Anstrich o. ?. gegen Feuchtigkeit geschätzt werden.


Verbindungsmittel:
Als Verbindungsmittel der Unterkonstruktion sind bei Holz besonders geeignet: Schrauben- und Rillennägel, Klammern, Holzschrauben. Drahtstifte sind nicht geeignet.

Bei Metall-Unterkonstruktion werden Schrauben oder Nieten verwendet.

Ohne besonderen Korrosionsschutz-Nachweis kann ein Verbindungsmittel aus nichtrostendem Stahl (mindestens A2), Kupfer oder Aluminium verwendet werden.

Die Befestigung der Schalung oder Tragelattung auf den Konterlatten muss mit mindestens 2 Verbindungsmitteln pro Kreuzungspunkt diagonal erfolgen, bei Brettbreiten über 20 cm müssen mindestens 3 Verbindungsmittel pro Kreuzungspunkt genommen werden. Bei Holz-Werkstoffen darf der Abstand der Verbindungsmittel untereinander maximal 7 cm sein.

Nicht-hinterlüftete Konstruktionen:
Schiefer können auch direkt auf nagelbare Mauersteine und ähnliches aus Poren- oder Bimsbeton oder auf Holzspanbetonsteinen befestigt werden, allerdings ist bereits bei der Planung / Verarbeitung dieser Materialien die spätere Verschieferung zu berücksichtigen. Darüber hinaus dürfen sie nur bis zur Hochhausgrenze (je nach Landesbauordnung, z. B. 22 m) verwendet werden.

Die Befestigung der Schiefer muss mit mindestens 3 feuerverzinkten Schiefernägeln in folgender Länge erfolgen:

Porenbeton

GP 4

50 mm

Bimsbeton Vollstein

GP 2

60 mm

Leichtbeton DIN 18152

G 4

50 mm

Holzspanbeton Schalungssteine

 

60 mm