Das Gefüge von Schiefer

Das namengebende Gefüge ist die Schieferung. Sie wird durch die sogenannten Glimmerlagen gebildet und daher wird bei der Charakterisierung eines Schiefers das Hauptaugenmerk auf die Schieferung gelegt.Die Schieferung ist ein Ergebnis der flächenhaften Einregelung der schieferbildenden Minerale. Damit geht eine Umwandlung einher, die im allgemeinen zur Auslöschung bzw. überprägung einer schon existierenden Spaltfläche führt: der Schichtung. Durch die Umwandlung entsteht eine neue, technisch nutzbare Spaltfläche: die Schieferung.Spaltet das Gestein nach der Schichtung, spricht man von einem Massenschiefer bzw. einer Parallelschieferung. Folgt die Spaltbarkeit dagegen der neuen Schieferung, bezeichnet man diese als Transversalschieferung und die Schichtung ist in diesem Fall mechanisch inaktiv. Bei der Transversalschieferung nehmen Schichtung und Schieferung einen bestimmten Winkel ein.
Der Transversalschiefer ist sozusagen der klassische Schiefer.
Die Güte einer Schieferung wird durch mehrere Kriterien ß. Eine gleichmäßig ausgebildete Schichtung schafft eine günstige Voraussetzung zur Ausbildung einer homogenen Schieferung. Weiterhin ist die Ausbildung der Schieferung, also der Glimmerlagen, maßgebend. 
Die hier genutzte Klassifikation basiert auf Unterscheidungskriterien, die einer praktikablen Beschreibung einer Schieferung entsprechen. Beim Maßstab muß man sich immer einen mikroskopischen Bildausschnitt von weniger als 1 mm vorstellen.

Glimmerlagendichte:

Anzahl der Glimmerlagen pro mm

Ausbildung der Glimmerlagendichte:

Angaben, ob der Schiefer eine konstante 
oder schwankende Glimmerlagendichte zeigt.

homogen
schwankend

Form der Glimmerlagen:

Beschreibt, wie die Glimmerlagen ausgebildet 
sind. Es ist verständlich, daßglatte Glimmerlagen 
zu einer besseren Spaltbarkeit als rauhe führen.

rauh
glatt
irregul

Räumliche Beziehung zwischen den Glimmerlagen:

Beschreibt, wie die einzelnen Glimmerlagen
zueinander orientiert sind.

paralell
verzweigt
konjugierend (bei zwei Schieferungen)

Schaubilder: Morphologische Kriterien einer Schieferung, umgezeichnet nach PASSCHIER & TROUW. Vor allem in Deutschland wird die Glimmerlagendichte als Maß für die Qualität einer Schieferung herangezogen. Es existiert bisher keine genaue Kenntnis darüber, wie die Glimmerlagen z.B. Biegefestigkeit und Bearbeitbarkeit genau beeinflussen.Da die Art und Weise der Zählung der Glimmerlagen nicht einheitlich geregelt ist, sollte nach unserer Auffassung die Glimmerlagendichte als Näherungswert verstanden werden. Daher kann die Zahl der Glimmerlagen je nach Betrachter und Zählweise durchaus differieren und Werte um 10-15 und mehr schwanken.